Was ist kaputt am Marine Ehrenmal Laboe?

Was ist eigentlich kaputt?

Am Turm des Marine-Ehrenmals besteht dringender Handlungsbedarf, denn die Fassade bröckelt. Kein Wunder, trotzt das Bauwerk doch mittlerweile seit 85 Jahren Wind und Wetter. Es fanden zwar auch schon in der Vergangenheit Sanierungen statt, die letzte in den 1990er Jahren. Doch im Rahmen der damaligen Sanierung hat man die Fassade unter anderem hydrophobiert, das heißt gegen Wasseraufnahme beschichtet. Heute weiß man, dass diese chemische Behandlung für die Widerstandsfähigkeit alter Bauwerke nicht unbedingt von Vorteil ist. Denn irgendwann entstehen Risse in den Fugen, durch die Wasser eindringen kann. Dieses Wasser wandert hinter die Schicht, die hydrophobiert wurde – etwa 0,8 cm tief in den Stein. Dort kann es lange Zeit überdauern. Wenn es dann im Winter friert, gefriert auch dieses Wasser und löst so eine Frotsprengung aus, durch die zum Teil 150 Gramm schwere Brocken aus der Fassade platzen.

Geplante Sanierung

Entsprechend steht nun die umfassende und nachhaltige Instandsetzung der Verblendsteinfassade an. Diese wird zunächst komplett von Moos- und Flechtenbewuchs befreit und schonend mit Klarwasser gereinigt. Vorhandene Risse werden begutachtet und nach individueller Entscheidung saniert. Aufgrund der festgestellten Schäden aus dem Untersuchungszeitraum ist die Entfernung der Verblendsteinverfugung auf der kompletten Fassadenfläche einkalkuliert worden. Weiterhin werden geschätzt 5.000 einzelne geschädigte Steine vorsichtig ausgebaut und gegen neue ausgetauscht, wenn sie bereits durchgehende Risse oder stärkere Frostschäden aufweisen. Steine mit kleineren Abplatzungen verbleiben jedoch. Danach wird die neue Verfugung der Verblendsteinfläche vorgenommen.

Insgesamt werden rund 4.500 m2 Fassadenfläche bis in eine Höhe von knapp 68 Metern instandgesetzt. Dabei werden rund 100 Kilometer Fugen ausgetauscht, was ungefähr der Entfernung von Kiel nach Hamburg entspricht. Der Erfolg der Arbeiten wird mittels einer Qualitätskontrolle überprüft und gesichert; dazu gehören auch Entnahmen der gerade neu eingebauten Baustoffe. Die Neuverlegung der Brüstungsplatten um die Aussichtsterrassen herum und die Erneuerung von Abdichtungen sind flankierende Maßnahmen, um den Turm gegen die Wettereinflüsse zu rüsten. Innerhalb des Gebäudes werden lose Putzflächen mit Abbildungen gesichert oder neu befestigt. Zusätzlich sollen Restaurierungsarbeiten an Türen, Fenstern und Geländern und im Sockelbereich des Turmes erfolgen. Alle Arbeiten werden auch weiterhin in enger Abstimmung mit den Behörden für Denkmalschutz ausgeführt. Die Sanierungsarbeiten werden insgesamt etwa 2 Jahre dauern.